TÜV-TURK Angestellte festgenommen

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Unter Besitzer von nicht TÜV-tauglichen Fahrzeugen war die Prüfstelle des TÜV-TURK in Bakirköy (Istanbul) die erste Anlaufstelle für eine TÜV-Plakette. Für PKW mussten 100 TL und für LKW 200 TL an den TÜV-Mitarbeiter gezahlt werden. Die Prüfer drückten dann beide Augen zu, und es gab die TÜV-Plakette auch für Fahrzeuge mit schweren Mängeln.

Damit ist jetzt Schluss. Die Polizei hat nach einer 6-monatigen Ermittlungsphase nun 15 Mitarbeiter, darunter 1 Frau, der TÜV-Station Bakirköy festgenommen. 9 von ihnen befinden sich in Büyükçekmece in Untersuchungshaft. Gegen 300 Fahrzeughalter wird wegen Bestechung ermittelt. Ihre mangelhaften Autos wurden stillgelegt.

Der TÜV TURK prüft Seit 2009 in der Türkei Autos auf ihre Verkehrstauglichkeit und -sicherheit. Um Bestechungsfälle wie in Bakirköy zu vermeiden, hat der TÜV-TURK ein internes Sicherheitssystem installiert. Die zu prüfenden Fahrzeuge werden nach einem Zufallsprinzip an Mitarbeiter zur Prüfung zugewiesen. Den Fahrzeugbesitzer wollte man damit nicht in die Lage versetzen, dass er sich einen Prüfer auszusuchen konnte. In Bakirköy versagte jedoch das Sicherheitssystem, weil offensichtlich viele Mitarbeiter offen für Trinkgelder waren.

TÜV TURK ist ein Gemeinschaftsunternehmen von TÜV SÜD und der türkischen Dogus-Holding. Für die 20-jährige Lizenz mussten die Unternehmen rund 440 Mio. Euro an den türkischen Staat zahlen.