Strategische Bedeutung von Bor für die Türkei

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Das Halbmetall Bor soll von der Privatisierung ausgeschlossen werden. Dies erklärte Minister für Energie und Naturschätze Taner Yildiz in Emet bei Kütahya, wo er eine Bor-Aufbereitungsanlage von Eti Bor besuchte.

Bor wurde 1808 von den beiden französischen Chemikern Joseph-Louis Gay-Lussac und Louis Jacques Thénard sowie dem Engländer Sir Humphrey Davy entdeckt. Nach dem Kohlenstoff (Diamant) ist Bor das härteste aller Elemente. Es ist sehr hitzebeständig, besitzt eine geringe Dichte und sehr hohe Schmelztemperaturen.

Das Halbmetall spielt u.a. als Verstärkung von Leichtmetallen, wie z.B. im Flugzeugbau und der Raumfahrt eine große Rolle. Bor wird auch oft zum Schleifen benutzt, weil es im kristallenen Zustand einem Diamant ähnelt. Reine Borkristalle dienen als elektronische Bauelemente. Borverbindungen werden auch bei Waschmitteln, Dünge- und Pflanzenschutzmittel verwendet.

Diese Eigenschaften und die vielfältige Nutzungsmöglichkeit für die Industrie haben die Türkei bewogen, dem Element eine strategische Bedeutung beizumessen. Aus diesem Grund wurde das Unternehmen Eti Bor von den Privatisierungsarbeiten der Regierung ausgeschlossen. 70 % der Bor-Weltreserven befinden sich in der Türkei, 70 % davon in Kütahya.

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