Seidenstraße: Von China nach Istanbul mit dem Schnellzug

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China baut sein Hochgeschwindigkeitszugnetz immer weiter aus. Das Land verfügt bereits heute über das weltweit längste Hochgeschwindigkeitsnetz. 2015 soll das Bahnnetz eine Länge von über 16.000 Kilometer umfassen. Nicht nur innerhalb Chinas wird das Hochgeschwindigkeitsnetz ausgebaut. Strecken nach Laos, Thailand, Malaysia, Kambodscha und Myanmar befinden sich in Bau oder in Planung.

China und die Türkei planen den Bau einer Eisenbahnstrecke von der autonomen Uiguren Provinz Xinjiang bis in die Türkei. Über das türkische Eisenbahnnetz ist eine Anbindung nach Europa angedacht. Die Anbindung des chinesischen Hochgeschwindigkeitsnetzes an das europäische Eisenbahnnetz soll in der Türkei über die Strecke Kars – Edirne erfolgen. Die hierfür wichtige Eisenbahnstrecke Baku-Tbilisi-Kars (BTK) befindet sich aktuell im Bau. Die westtürkische Stadt Kars liegt direkt an der Bahnstrecke Istanbul–Ankara–Kayseri–Sivas–Erzurum–Gjumri (Armenien). Die Strecke Edirne-Kars verläuft durch 29 türkische Provinzen. Die Reisezeit soll mit dem Hochgeschwindigkeitsnetz von heute 36 Stunden auf rund 12 Stunden sinken. Bei Istanbul soll die Strecke durch den Marmaray-Eisenbahntunnel geführt werden, der unter dem Bosporus hindurchführt und Asien mit Europa verbindet.

Die Kosten der Strecke KarsEdirne werden auf etwa 35 Milliarden US-Dollar geschätzt. Für den Bau der Eisenbahnstrecke von der Uiguren Provinz Xinjiang bis in die Türkei plant China mit Kosten in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar. Mit dem Schnellzugnetz will China seinen Außenhandel, der zurzeit nur über den Seeweg erfolgt, stärken. Die Bahnstrecke von der Provinz Xinjiang bis in die Türkei wird rund 6.000 Kilometer lang werden.

Die Strecke soll 2020 zum größten Teil in Betrieb gehen und 2030 abgeschlossen werden. Für den Anschluss der Eisenbahnstrecke über Istanbul nach Europa ist unter den zentralasiatischen Ländern eine geopolitische Übereinstimmung erforderlich.