Boykott von sandgestrahlten Jeans

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Das Geschäft mit den modischen Sandstrahl-Jeans ist für Markenfirmen wie Tommy Hilfiger und Co. ein profitables Geschäft. Die Kosten für das Sandstrahlen in der Türkei sind extrem gering, der Umsatz, der mit solchen Hosen gemacht wird, hingegen hoch.

Für den modischen Used-Look Effekt, der durch das Sandstrahlen erzeugt wird, nehmen Produzenten offenbar den Tod ihrer Arbeiter in Kauf. Tausende Arbeiterinnen und Arbeiter leiden durch diesen Modetrend an der unheilbaren Lungenkrankheit Silikose, der sogenannten Staublunge.

Seit 2009 ist der Einsatz des Sandstrahlers in der Türkei verboten. Offenbar seien etwa 10.000 Arbeiter für die gesundheitlich bedenklichen Tätigkeiten eingesetzt worden. 50 Arbeiter sind bereits durch die Wirkung des Strahlerstaubs gestorben. Für Yesim Yasin, Mitarbeiterin eines türkischen Hilfswerks ist das nur die Spitze des Eisbergs. Sie ist davon überzeugt, dass "das ganze Ausmass des Problems erst mit der Zeit" ans Licht komme.

Bei einer Solidaritätskundgebung in der Türkei verliehen die Aktivisten ihren Forderungen Nachdruck. Sie wollen einen weltweiten Boykott jener Jeans, denen durch die so genannte Sandstrahltechnik ein abgenutzter Look oder "used look" verliehen wird.

Aus der Bekleidungsbranche gibt es erste positive Signale. Levi-Strauss sowie Hennes & Mauritz (H&M) gaben vor kurzem bekannt, auf den Verkauf sandgestrahlter Jeans zu verzichten.

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