Tablets für 15 Millionen türkische Schüler

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Die türkische AKP Regierung plant für rund 600.000 Klassen und jeden Schüler ein Tablet, um den Schulunterricht komplett umzustellen.

Leider hat das neue Schuljahr für die Jungs und Mädchen mit einer Enttäuschung angefangen. Denn von den 15 Millionen Tablets, die Tayyip Erdogan vor der Wahl auf Wahlkampfplakaten für jeden Schüler versprochen hat, war nichts zu sehen.

Bis die 15 Millionen türkische Schulkinder alle ein eigenes Tablet erhalten, wird auch etwas länger dauern. Aus dem Bildungsministerium in Ankara heißt es, man arbeite aktuell noch an den technischen Anforderungen und dem Ausschreibungsprozess der Hersteller.

Der Regierung ist das Vorhaben sehr wichtig. Zafer Caglayan, Minister für Handel, machte bei seinem US-Aufenthalt im August diesen Jahres Halt bei Microsoft in Seattle. Gegenüber Medien sagte Caglayan später, dass der Softwareriese interessiert sei in das Projekt einzusteigen. Auch Apple habe starkes Interesse.

Der Auftrag ist riesig. Umgerechnet 5,5 Milliarden Euro will es sich die türkische Regierung kosten lassen. Bei 15 Millionen Tablets ergibt sich ein Stückpreis von 370 Euro. Dies entspricht ca. der Hälfte des Preises, den man derzeitig für ein Tablet bezahlen muss.

Experten sehen im verglichen zu einem Laptop oder einem E-Reader den Preis für ein Tablet als zu hoch. Schließlich sei die Funktionalität des Geräts zu gering. Die Idee hinter dem Plan ist, dass türkische Verlage Bücher auf die Tablets einspielen und die Schüler unter anderem auch ihre Hausaufgaben auf den Tablet-Computern erledigen.

Von dem Mammut-Auftrag sollen türkische Unternehmern bis zu 70% profitieren.