Türkei: Verkehrsunfälle fordern erneut Tausende Opfer
Verkehrsunfälle Türkei 2025 – Behörden melden mehr als 676.000 Unfälle, Hauptursache bleibt menschliches Fehlverhalten.
Der Straßenverkehr in der Türkei hat auch im vergangenen Jahr erschreckend viele Menschenleben gefordert. Nach offiziellen Angaben der Verkehrsabteilung der türkischen Polizeidirektion registrierten die Behörden 676.706 Verkehrsunfälle – im Durchschnitt 77 pro Stunde. Etwa sieben Menschen pro Tag starben noch am Unfallort. Insgesamt kamen 2.541 Menschen ums Leben, mehr als 407.000 wurden verletzt. Die Zahlen entsprechen dem typischen Niveau der vergangenen Jahre, in denen die Türkei regelmäßig hohe Unfallzahlen verzeichnet.
Verkehrsunfälle Türkei 2025: Seitliche Kollisionen dominieren das Unfallgeschehen
Besonders häufig kam es zu seitlichen Zusammenstößen, die mit knapp 100.000 Fällen den größten Anteil der schweren Unfälle ausmachten. Ebenfalls zahlreich waren Unfälle, bei denen Fahrzeuge überschlugen, von der Fahrbahn abkamen oder mit Fußgängern kollidierten. Auffahrunfälle rangierten ebenfalls weit oben.
Die meisten Verkehrsunfälle betrafen ein oder zwei Fahrzeuge, während komplexe Mehrfachkollisionen vergleichsweise selten blieben – ein Muster, das auch aus anderen Ländern mit hohem Verkehrsaufkommen bekannt ist.
Fahrfehler als Hauptursache – Geschwindigkeit bleibt größtes Problem
Die Statistik zeigt deutlich: Menschliches Fehlverhalten ist der zentrale Risikofaktor. Mehr als 300.000 Unfälle mit Toten oder Verletzten gingen auf Fehler der Fahrzeugführer zurück.
An erster Stelle steht eine nicht angepasste Geschwindigkeit – etwa bei Regen, schlechter Sicht oder dichtem Verkehr. Ebenfalls häufig: Vorfahrtsverstöße, Fehler beim Spurwechsel sowie das Missachten von Abbiege- und Überholverboten.
Alkoholkonsum spielte eine geringere, aber weiterhin relevante Rolle. Technische Defekte oder mangelhafte Straßeninfrastruktur wurden deutlich seltener als Unfallursache registriert.
2025 sind in der Türkei Motorräder besonders häufig von Verkehrsunfällen betroffen
Unter den beteiligten Fahrzeugen dominierten Autos, Motorräder und Kleintransporter. Auffällig ist der hohe Anteil von motorisierten Zweirädern, die in der Türkei – vor allem in urbanen Regionen – stark verbreitet sind und statistisch ein erhöhtes Unfallrisiko tragen.
Behörden reagieren mit massiven Kontrollen
Parallel zu den steigenden Unfallzahlen haben die Behörden ihre Maßnahmen ausgeweitet. Millionen Verkehrsverstöße wurden geahndet, Hunderttausende Führerscheine vorübergehend entzogen und rund 1,8 Millionen Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen.
Zudem veröffentlichten die Behörden Videoaufnahmen aus Überwachungskameras verschiedener Städte. Die Clips zeigen typische Fehlverhalten – vom riskanten Spurwechsel bis zum Rotlichtverstoß – und sollen die Bevölkerung für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren.