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Esmauelhuesna 23.11.2015 18:25

Worum es im Syrienkrieg wirklich geht
 
Syrien ist der Spielball in einem knallharten wirtschaftlichen Konflikt um den globalen Energie-Markt. Es geht um den Zugriff auf Erdöl und Erdgas und um die Währung, in der diese Ressourcen bezahlt werden. Die Amerikaner haben viel zu verlieren, die Russen auch. Der Strippenzieher im Hintergrund kommt aus Saudi-Arabien.


Der saudische Geheimdienst-Chef Bandar bin Sultan wollte mit Russlands Präsident Wladimir Putin einen Deal schließen, der dem Gazprom-Konzern eine wirtschaftliche Perspektive nach dem Sturz von Assad in Syrien eröffnet hätte. Putin lehnte ab. (Foto: RUSSIA/RIA Novosti/Alexei Druzhinin)
Der saudische Geheimdienst-Chef Bandar bin Sultan wollte mit Russlands Präsident Wladimir Putin einen Deal schließen, der dem Gazprom-Konzern eine wirtschaftliche Perspektive nach dem Sturz von Assad in Syrien eröffnet hätte. Putin lehnte ab. (Foto: RUSSIA/RIA Novosti/Alexei Druzhinin)

Die Amerikaner wollen den syrischen Machthaber Assad stürzen. Doch nicht aus moralischen Gründen, weil dieser Giftgas eingesetzt hat.

In Syrien geht es um die Weichenstellungen für den internationalen Energiemarkt.

Es geht, wie immer bei Kriegen, um Öl, Gas und Marktzugänge.

Deutlich wurde dieser Konflikt aus den Notizen von einem Treffen zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und dem saudischen Geheimdienst-Chef Prinz Bandar bin Sultan. Von diesem Treffen berichtete die Nachrichtenagentur AFP Anfang August.

Die Frage, wer den Giftgas-Einsatz am 21. August wirklich durchgeführt hat, ist weiterhin ungeklärt – trotz der amerikanischen Erklärung, man wisse mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass Assad hinter dem Verbrechen stecke (hier).

Zwei renommierte Reporter, die lange für die Associated Press gearbeitet haben, haben in Syrien eine ganz andere Version recherchiert. Für MPN schreiben sie, dass der saudische Geheimdienst für den Giftgas-Einsatz verantwortlich sei. Dies gehe aus zahlreichen Interviews hervor, die sie vor Ort geführt haben. Demnach sollen die Saudis die Waffen nach Syrien gebracht haben. Durch unsachgemäße Bedienung soll es dabei zu einer Explosion gekommen sein, bei der auch 12 Terroristen getötet worden seien.

Wenn das stimmt, müssten die Amerikaner Saudi-Arabien bombardieren.

Doch das geht nicht.

Saudi-Arabien ist der engste Verbündete der USA in der Golf-Region.

Zudem hätten mehr als ein Dutzend der befragten Rebellen gesagt, dass sie von der saudischen Regierung bezahlt würden.

Dass Saudi-Arabien tatsächlich Rebellen unterstützt, wird aus den Gesprächsnotizen eines Vier-Augen-Gesprächs Anfang August im Landhaus des russischen Präsidenten Wladimir Putin deutlich. Der saudische Geheimdienst-Chef Prinz Bandar bin Sultan soll dabei nach einem Bericht des Telegraph auch einen Hinweis auf die Olympischen Spiele in in Russland gegeben haben. Der Bericht bezieht sich auf die libanesische Zeitung As Safir, die über das Treffen mit dem Hinweis auf diplomatische Quellen schreibt.

Demnach sagte Bandar in Sultan zu Putin:

„Ich kann Ihnen garantieren, die Olympischen Winterspiele im kommenden Jahr zu schützen. Die tschetschenischen Gruppen, die die Sicherheit der Spiele gefährden, werden von uns kontrolliert.“

Doch der saudische Geheimdienst-Chef soll nicht nur die Kontrolle der tschetschenischen Rebellen für sich in Anspruch genommen haben. Bandar sagte zudem, er könne den Russen die Sicherheit ihrer Marine-Basis in Syrien garantieren, wenn die Regierung von Baschar al-Assad gestürzt ist. Er könne die tschetschenischen Rebellen in Syrien an- und ausschalten.

„Diese Gruppen machen uns keine Angst. Wir nutzen sie, um Druck auf die syrische Regierung auszuüben, aber sie werden keine Rolle in Syriens Zukunft spielen.“

Für die Russen ist Syrien von enormer strategischer Bedeutung, weil die Russen verhindern wollen, dass Katar für den europäischen Energie-Markt zur Alternative wird. Wenn Russland seinen Einfluss in Syrien verliert, hätte dies zur Folge, dass dem russischen Energieriesen Gazprom ein ernster Konkurrent aus der Golf-Region erwachsen könne. Gegenwärtig ist Europa bereits vom russischen Gas-Monopol abhängig – vor allem im Winter.

Einer der wichtigsten politischen Berater von Gazprom ist der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Die Saudis wissen um die wirtschaftlichen Interessen Moskaus und machten daher den Russen ein Angebot, wie man ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien auch in einem Vorteil für Russland umwandeln könnte. Der saudische Geheimdienst-Chef schlug den Russen vor:

„Lassen Sie uns prüfen, wie wir eine gemeinsame russisch-saudische Strategie zum Thema Öl aufsetzen können. Das Ziel besteht darin, eine Einigung über den Ölpreis und die Fördermengen zu erzielen, die den Preis auf den globalen Märkten stabil halten. (…) Wir verstehen Russlands großes Interesse am Öl und Gas im Mittelmeer von Israel bis Zypern. Und wir verstehen die Bedeutung der russischen Erdgas-Pipeline nach Europa. (…) Wir könnten auf diesem Gebiet zusammenarbeiten.“

Bandar sagte, er spreche mit der vollen Unterstützung der USA. Saudi-Arabien hat Russland offenbar ein Bündnis mit der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) angeboten. Russland und die OPEC fördern zusammen 45 Prozent des weltweiten Öls.

Putin strebt seit längerem ein solches Abkommen an. Wenn Saudi-Arabien seine Fördermenge reduzieren würde und der Ölpreis steigen würde, könnte Russlands Regierung zusätzliche Einnahmen erzielen. Putin lehnte das Angebot der Saudis jedoch ab:

„Unsere Haltung zu Assad wird sich niemals ändern. Wir glauben, dass die syrische Regierung der beste Vertreter des syrischen Volkes ist und nicht diese Kannibalen.“

Damit spielt Putin auf ein Video an, das einen Rebellen zeigt, der das Herz und die Leber eines syrischen Soldaten gegessen haben soll.

Putin pokert, weil er darauf setzt, dass der Westen nicht in der Lage sein werde, einen Krieg in Syrien zu gewinnen. Die FT kommentierte: Je mehr sich die Amerikaner in Syrien verstricken, um so besser für Russland.

Die Saudis haben allerdings ein starkes Argument auf ihrer Seite: Sie planen gemeinsam mit Katar eine Pipeline, die vom Golf bis in die Türkei verlaufen soll. Damit würde Gazprom einen echten Konkurrenten bekommen – vor allem im wichtigen europäischen Markt.

Katar, das die syrischen Rebellen mit 3 Milliarden Dollar unterstützt hat, will über diese Pipeline Europa mit Erdgas beliefern. Doch solange Assad in Syrien herrscht, wird diese Pipeline nicht gebaut werden, weil Russland diese Konkurrenz unbedingt verhindern will (mehr hier).

Neben der Kontrolle des europäischen Energiemarkts geht es jedoch auch um die Währung, in der Erdöl und Erdgas bezahlt werden. Der Dollar steht immer mehr unter Druck, seinen Status als Weltreservewährung und als Ölwährung zu verlieren. Saudi-Arabien als treuer Verbündeter der USA wird am Dollar festhalten. Im Falle von Russland ist das jedoch nicht der Fall.

Seit dem erfolglosen Treffen zwischen Putin und Bandar hat der Druck des Westens in Richtung eines Militärschlags gegen Syrien stetig zugenommen. Nachdem das britische Parlament einen Militärschlag abgelehnt hat, will US-Präsident Barack Obama notfalls allein losschlagen. Der französische Präsident Francois Hollande hat ihm allerding schon seine Unterstützung zugesichert (hier). Gerade für Frankreich ist es wegen der wirtschaftlichen Krise wichtig, dass die Ölpreise nicht gänzlich von einem Kartell kontrolliert werden.

Bei dem Giftgas-Einsatz vom 21. August kamen hunderte Menschen ums, Leben, darunter viele Kinder.

Aber um sie geht es nicht.

Es geht um schmutzige Deals.

An diesen Deals hängt der Reichtum einiger weniger.

Diese sind bereit, für ihre Interessen mit allen Mitteln zu kämpfen.

Und sterben zu lassen.

Das sind die Fakten einer globalen Wirtschafts-Ordnung.

Syrien ist nur ein Kapitel in einer unendlichen, grausamen Geschichte.

Esmauelhuesna 23.11.2015 18:36

Konvertieren muslime wegen dem Krieg in Syrien?
 
Die Antwort ist definitiv NEIN!

Primär sind es Iraner und Afghanen die konvertieren.
Iraner sind hauptsächlich siiten. Viele von ihnen waren bereits Christen bevor sie Muslime waren.
Selbst die Kirchen sehen KEINEN Trend:

In Deutschland konvertieren islamische Flüchtlinge scharenweise zum Christentum. Allein in Berlin haben sich Hunderte Afghanen und Iraner taufen lassen, wie das Magazin "Focus" in seiner neuesten Ausgabe berichtet. Viele von ihnen erklären, dass echter Glaube sie zu dieser Entscheidung veranlasst habe. Doch zusätzlich erhöht ein Konfessionswechsel ihre Chancen, in Deutschland bleiben zu dürfen. Müssten sie zurück in ihr Heimatland, könnten sie aufgrund ihrer neuen Religion verfolgt werden. So steht im Iran und in Afghanistan auf den Übertritt vom Islam zum Christentum die Todesstrafe. Mit diesem Argument verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass konvertierte Iraner und Afghanen aus Deutschland abgeschoben werden.

Gegenüber der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA sagte der Leiter der Iranerseelsorge bei der Evangelischen Landeskirche in Hannover, Pastor Günther Oborski, es gebe unter Iranern einen Trend, sich taufen zu lassen. Dies sei "sehr viel stärker als noch vor 15 Jahren". Die Iranerseelsorge existiert seit 1979, als Folge der Islamischen Revolution, im Zuge derer immer mehr Iraner aus ihrer Heimat flohen und nach Deutschland kamen. Seit 2003 leitet Oborski die Seelsorge, seitdem sind 2.000 Iraner in seinem Seelsorgebereich konvertiert, Tendenz steigend. "Und auch bei den Afghanen steigt das Interesse deutlich", sagte Oborski.

Oborski betonte, dass die iranische Seele "dem christlichen Glauben näher als dem Islam" sei. Schließlich sei die Hälfte der Iraner einmal christlich gewesen. Ihre Gemeinden gehörten zu den ältesten christlichen Gemeinschaften weltweit.

Kirchen sehen keinen grundsätzlichen Trend

Einen grundsätzlichen Trend sieht aber weder die katholische noch die evangelische Kirche bei Muslimen, die aktuell nach Deutschland kommen. Wie viele jährlich Christen werden, erfassen beide nicht. Die Deutsche Bischofskonferenz, die die Zahlen außerregulär vor sechs Jahren erhob, spricht von 300 Taufen von Muslimen im Jahr 2009.

Das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erkennt eine Konversion eines Asylbewerbers als Schutzgrund an, wenn ihm wegen seines Glaubensübertritts im Heimatland Verfolgung droht. Apostasie - Abfall vom islamischen Glauben - hätte zum Beispiel in Iran schwerwiegende Folgen. Nicht gleich die Todesstrafe, aber zum Beispiel Enteignung oder eine Gefängnisstrafe, so Experten. Bei der Beurteilung wird geklärt, "ob der Glaubenswechsel des Antragstellers aus asyltaktischen Gründen oder aus echter Überzeugung" erfolgt ist, erklärte Natalie Psuja vom BAMF gegenüber der KNA. An sich werde aber der durch Taufbescheinigung nachgewiesene Glaubenswechsel nicht angezweifelt.

"Es wird generell unterstellt, dass eine sorgfältige Taufbegleitung von Seiten der christlichen Gemeinden erfolgt ist", so Psuja. Bei der evangelischen Iranerseelsorge dauert die Taufvorbereitung in der Regel sechs Monate. Die katholische Kirche setzt ein ganzes Jahr dafür an. Damit will man auch sicher gehen, dass sich der Christ in spe über die Tragweite seines Vorhabens im Klaren ist.

Eine neue Broschüre der Deutschen Bischofskonferenz informiert über das Thema und geht dabei auch auf die Probleme ein: Die Familie wendet sich ab oder die Ehe wird automatisch aufgelöst, weil nach islamischem Recht etwa eine Muslimin nicht mit einem Nicht-Muslim verheiratet sein darf. Auch könnten Muslimen, die zum Christentum konvertierten, "auch in Deutschland Gefahren für Leib und Leben erwachsen", heißt es in der Publikation.

(Red./KATHPRESS)

Esmauelhuesna 23.11.2015 18:39

Bodenschätze in Syrien
 
.....

"184 Milliarden Euro an Erdölvorkommen besitzt das an das Mittelmeer grenzende Syrien. Ergänzt werden diese Bodenschätze durch ein Erdgasvorkommen im Wert von rund 36 Milliarden Euro." Dies ist die Schätzung im Zuge einer Recherche zu dem Wert von Rohstoffen, den die Autorin im Mai 2014 veranlasst hat.


Der Grund für den Krieg in Syrien ist nicht der Islam.
Es sind die CHRISTLICHEN LÄNDER die den Krieg verursachen, antreiben und ausnutzen.
Die Muslime sind die Opfer. Das ist die traurige Wahrheit.
Und der Grund ist wie immer die Habgier der Menschen.

Esmauelhuesna 23.11.2015 18:45

Konvertieren Muslime wegen dem Krieg in Syrien 2
 
Die Antwort ist weiterhin NEIN!

Betrachtet man die Statistiken, ist es nicht mal eine Minderheit die konvertiert.
Es gibt aktuell ca. 5 Millionen syrische Flüchtlinge.

Davon sind nicht einmal 400 konvertiert.

Auf der Gegenseite, gibt es jährlich (ohne Kriegshintergrund) immer mehr Christen und Atheisten die sich FÜR DEN ISLAM entscheiden.

Religion ist ein Glaube.
Niemandem kann sein Glaube aufgezwungen werden, ebensowenig kann der Glaube niemandem ausgeredet werden.
Schade um jene, die nicht Glauben und darum Angst vor dem Glauben anderer haben.

24.11.2015 23:43

danke für die aufschlussreiche Erklärung der momentanen Politik.

Tur1 01.12.2015 19:22

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