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Geht es um den Islam, steht das Kopftuch der Musliminnen
oft im Brennpunkt des Interesses. Ausgelöst durch das muslimische Kopftuchurteil
in Deutschland ist auch hierzulande dieses Kleidungsstück Gegenstand der
Diskussion.
Das Kopftuch im Islam ist eines unter den Beispielen, das eine
Pflicht darstellt, die nur eines der beiden Geschlechter betrifft. Dieser
Umstand, dass das muslimische Kopftuch nur für eines der Geschlechter eine
Pflicht darstellt, hat keinen Einfluss auf die Gleichstellung der Geschlechter
oder den Wert eines Geschlechts im Islam.
Kopftuchtragende muslimische Frauen gehören auch in Deutschland zum
Straßenbild. Vielen Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft erscheint das
bedrohlich, denn dieses Kopftuch gehört zur Fremden islamischen Welt, von
der die meisten nicht Muslime sehr wenig wissen.
Das Kopftuch hat lange Tradition, auch in der Bibel
Als Frau den Kopf zu bedecken, ist beileibe keine Erfindung des Islams.
Das Tragen von Kopftüchern war in Europa vor allem in den ländlichen Gebieten
bis in die 1970er und 1980er Jahre allgemein üblich, entsprach der Mode
und auch den herrschenden Konventionen. Zur selben Zeit war es völlig selbstverständlich,
dass Männer niemals ohne Hut in die Öffentlichkeit gingen
Noch heute bedecken orthodox-jüdische Frauen ihr Haupthaar durch ein
Tuch oder eine Perücke, ihre Männer tragen eine Kipa oder einen Hut. Auch
in Deutschland tragen viele ältere Frauen auf dem Land bis heute eine Kopftuch
und zu einer Papstaudienz wird keine Frau mit bloßem Haupt erscheinen,
auch Nonnen sind bedeckt.
Für Diskussion über Kopftuch ist das 11. Kapitel des Apostel Paulus
Briefes von besonderem Interesse. Frauen genossen im hellenistischen
Judentum hohes Ansehen, waren Synagogenvorsteherinnen und saßen auch nicht
von den Männern getrennt. Was meint der Apostel dazu?
Das entfaltet Paulus im ersten Brief an die Korinther, Kapitel 11,3-13:
"Ich will euch aber wissen lassen, dass Christus das Haupt eines jeden
Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt Christi.
Jeder Mann, der bei prophetischen Reden etwas auf dem Haupte hat, entweiht
sein Haupt. Jede Frau aber, die mit unverhülltem Haupt betet oder prophetisch
redet, entweiht ihr Haupt; denn sie ist ein und dasselbe wie die Geschorene.
Will nämlich eine Frau sich nicht verschleiern, so soll sie sich auch die
Haare abschneiden lassen. Gilt es aber als Schande für eine Frau, sich
das Haar schneiden oder kahl scheren zu lassen, so soll sie sich verschleiern.
Islamische Kopftücher
Die meisten muslimischen Geistlichen sehen das Tragen von Kopftüchern
als Glaubensgebot im Islam.
Für muslimische Trägerinnen bedeutet das Kopftuch heute eine Glaubensausübung,
etwas wie das tägliche Gebet im Islam. Das Kopftuchgebot im Islam soll
die Würde der Frau schützen und den respektvollen Umgang von Mann und Frau
fördern, soll sexistische Annäherungen und Anmache sowie sexuelle Belästigung
verhindern. Das Gebot ein Kopftuch zu tragen kommt bereits mit Eintreten
der Geschlechtsreife zum Tragen und hat nichts mit der Ehe zu tun.
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