Türkei Zypernkonflikt: Verhandlungen werden beschleunigt

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40 Jahre nach der Teilung der Insel Zypern nehmen griechische und türkische Zyprer einen neuen Versuch der Wiedervereinigung auf. Nach den Vorstellungen der Verhandlungspartner soll ein wiedervereintes Zypern aus einem griechisch-zyprischen und einem türkisch-zyprischen Staat bestehen, der unter dem Dach einer Föderation beider Landesteile steht. Nach der ersten Gesprächsrunde gab der Präsident des griechisch-zyprischen Teils, Nicos Anastasiades, und sein Kollege, der Präsident der Türkischen Republik Nordzypern, Dervis Eroglu, das Ziel bekannt.

Eroglu bezeichnete kürzlich in einem Interview die Staatsbürgerschaft erneut als eines der bedeutendsten Themen im Konflikt auf türkischer Seite. Die Türkische Republik Nordzypern wolle, dass die Türkei ihre Rolle als Garant fortsetze. Die Rolle der Türkei als Garant-Staat sei in der Zypern-Frage nicht verhandelbar, darauf werde weder die Türkei noch die Türkische Republik Nordzypern verzichten. Eroglu betonte, die türkische Seite wolle ein Abkommen erzielen, welches von den Insel-Türken akzeptiert werde. Er wolle alle Schritte wie bisher mit der Zustimmung der türkischen Zyprer unternehmen. Laut Eroglu seien Zypern-Gespräche zwei Mal in der Woche angesetzt. Die geplanten Kontakte in Ankara und Athen würden die Zypern-Verhandlungen im Konflikt weiter beschleunigen.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Die Türkei hatte damals den Norden der Insel nach einem Putsch von griechisch-zyprischen Nationalisten durch die Türkischen Streitkräfte besetzt. Die 1982 ausgerufene Türkische Republik Nordzypern wird nur von Ankara anerkannt. Der griechische Teil ist hingegen unter dem offiziellen Namen Republik Zypern der EU und damit dem Euro beigetreten. Die EU geht von der Unteilbarkeit der Insel aus. Demnach ist das Gebiet der Türkischen Republik Nordzypern ein Sondergebiet der Europäischen Union.

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