Türkei: Berufungsverfahren im Mordfall Hrant Dink

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Beim zweiten Prozess im Mordfall des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink, wurde Yasin Hayal, der Komplize des Mörders, vom türkischen Gericht zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Vor seinem Tod erhielt Dink mehrfach Morddrohungen wegen seiner Forderung zur Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern. Das Gericht verurteilte den Komplizen am Dienstag (18.01.2011) wegen Anstiftung zum Mord.

Vor fast fünf Jahren erschoss der noch jugendliche Rechtsextremist Ogün Samast Hrant Dink in Istanbul auf offener Straße.

Yasin Hayal, beteuerte noch vor der eigentlichen Urteilsverkündung, der türkische Staat habe ihn zu dieser Tat missbraucht. Der mit ihm ebenfalls angeklagte Ex-Polizeispitzel Erhan Tuncel wurde zu einer zehneinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt.

Der türkische Justizminister Sadullah Ergin sagte, eine endgültige Entscheidung in dem Fall werde es erst in einem Berufungsverfahren vor dem Obersten türkischen Gericht geben. Auf Grund der neuen Beweislage hält die Dink-Anwältin Fethiye Cetin ein Neuaufrollen des Prozesses für wahrscheinlich.

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