Soma Türkei: Staatsanwaltschaft verhaftet Gruben-Chef

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Im Rahmen der Aufklärungsarbeiten hat die Staatsanwaltschaft von Akhisar 18 verdächtige Personen in Untersuchung und 5 Personen verhaftet. Unter den festgenommen befinden sich Führungskräfte der Grube und der Sohn von Alp Gürkan, der CEO des Bergwerkbetreibers Soma Kömür Isletmeleri A.S. Can Gürkan. Vater Alp Gürkan führt die Soma-Holding, zu der auch ein Bauunternehmen gehört, seit 1984.

Vor Gericht stehen zunächst fünf Personen, unter ihnen befinden sich auch die Unternehmensleiter Ramadan Dogru und Akin Çelik. Kürzliche auf einer Pressekonferenz hatte beider Herren bestätigt, dass die Soma-Holding keine Schuld an dem Grubenunglück hat. Die gerichtliche Anhörung aller Festgenommenen ist derzeit nicht abgeschlossen. Wie viele Verantwortliche letztendlich vor Gericht kommen, ist daher noch unbekannt. Leiter der Ermittlungen ist Oberstaatsanwalt Bekir Sahiner, der bei den Ermittlungen von einem 28-köpfigen Team aus Staatsanwälten unterstützt wird.

Alp Gürkan kürzlich bei der Presserklärung

Der Vorstandsvorsitzende der Soma-Holding, Alp Gürkan, ist auch Eigentümer einer Baufirma. Vor der Soma-Grube war er Leiter eines Bergwerks der Koç Unternehmensgruppe. Vor einem Jahr berichtet Gürkan in bei einem Interview von einem Notraum im Soma-Bergwerk, die für 500 Kumpel eingerichtet wurden. In dem Notraum sollen Kumpel 30 Tage überleben können, wenn es zu einem Umfall kommt. In dem Interview sagte Gürkan auch, dass seit seiner Übernahme der Grube seine Firma Kohle wesentlich billiger abbaut, als seine Konkurrenz. Dadurch Preise weit unter dem üblichen Marktpreis abgeboten werden.

Drei der Werke in Soma gehören zu Gürkans Holding. Auf der kürzlichen Presserklärung teilte sein Führungsstab und er mit, dass es gar keinen Notraum in der Grube gegeben hat, weil sie gesetzlich nicht gefordert sind. Das Unternehmen erklärte zudem, das Werk sei nach den neusten technischen Standards von qualifizierten Firmen der Branche ausgestattet worden.

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