Pressefreiheit: Türkei auf Rang 148

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Die Lage der Pressefreiheit hat sich in der Türkei 2011 deutlich verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Organisation "Reporter ohne Grenzen" in ihrem aktuell veröffentlichten Jahresranking 2011 der Pressefreiheit. Hiernach hat sich die Türkei um zehn Plätze verschlechtert und steht derzeit auf Rang 148 von insgesamt 178 Ländern. Dass die Türkei von ihrem ohnehin schlechten Platz noch weiter abgerutscht ist, liegt an dem zunehmenden Druck auf Journalisten und Medien. Die EU-Kommission hat dies schon oft beanstandet.

Reporter ohne Grenzen kritisiert: "Die beispiellose große Zahl von Verhaftungen, sehr viele Telefonabhöraktionen und die Missachtung der Geheimhaltung von journalistischen Quellen." All das habe in den türkischen Medien ein Klima der Einschüchterung geschaffen.

Die größte türkische Tageszeitung Hürriyet schreibt: "Statt der versprochenen Reformen startete die Justiz eine Welle von Verhaftungen von Journalisten, wie es sie während der Militärdiktatur im Jahr 1980 gegeben hat".

Auch die USA ist um 27 Positionen auf Platz 47 gefallen, weil die Polizei die Berichterstattung über die Occupy-Bewegungen laut RSF-Bericht behindert habe. Die hinteren Plätze der diesjährigen Liste zur Pressefreiheit belegten Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan. China belegt Platz 174 von insgesamt 178 Ländern. In keinem Land sitzen nach Reporter ohne Grenzen mehr Journalisten im Gefängnis.

Die Spitzenreiter im Jahresranking sind Finnland, Norwegen und Estland.

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