Münzbetrug mit neuer Lira

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Die Währungsreform in der Türkei hat zu millionenschweren Betrügereien an Zigaretten- und Süßwarenautomaten in Deutschland und anderen europäischen Ländern geführt. Dies geht aus einem aktuellen Medienbericht der türkischen Tageszeitung "Hürriyet" hervor.

Viele deutsche Automaten akzeptierten die 1 Lira Münzen, die einen Wert von ungefähr 55 Cent haben anstelle der 2 Euro Münze. Auf diese Weise seien schon zahlreiche Automaten geplündert worden, will die "Hürriyet" wissen. Besonders die Zigarettenautomaten genießen bei den Trickdieben einen hohen Beliebtheitsgrad, aber auch an Getränkeautomaten und Süßwarenautomaten werde immer öfter mit der neuen TL bezahlt.

Eine Packung Zigaretten im Wert von 4 Euro, kosten – wenn sie mit der neuen 1 Lira Münze ‚bezahlt‘ wird – gerade mal 1,10 Euro. Die Automaten geben nicht nur das Produkt raus, sondern auch das Wechselgeld – in Euro bzw. Eurocent. Der größte Schaden in Deutschland sei bislang in Düsseldorf und Köln gemeldet worden, heißt es weiter.

Euro Doppelgänger YTL Die Türkei hatte zum Jahreswechsel ihre Währung reformiert und von der alten, inflationsgeplagten Lira sechs Nullen gestrichen. Im Zuge der Reform wurden auch neue Münzen eingeführt. Die Ein-Lira-Münze ähnelt stark dem Euro. Experten hatten schon in den vergangenen Monaten gewarnt, dass diese Ähnlichkeit zu Verwechslungen führen könnte.

Den Medienberichten zufolge seien lediglich in Österreich 300.000 Automaten modernisiert worden.

Der Verband der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) widersprach am Freitag (21.1) hingegen der Darstellung der "Hürriyet" . Es gebe "kein großes Problem", sagte VDAI-Justiziarin Doreen Kreutz, in modernen Automaten werde die Lira erkannt, weil die türkische Münze nicht magnetisch sei. Bei älteren Zigaretten- und Süßigkeitenautomaten könne es zwar vereinzelt Probleme geben, doch seien die meisten Geräte schon bei der Euro-Einführung umgerüstet und modernisiert worden.

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