Märchenhaft schönes Kappadokien

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Kein Bildhauer hätte in seiner Phantasie, von seinen Händen einmal abgesehen, eine so ungewöhnliche und an Märchenhaftigkeit unübertreffbare Skulpturenlandschaft erschaffen können, wie die Natur sie in Kappadokien vollbracht hat. Ein Stück Erde, das so bizarr und einzigartig ist, dass man glauben mag, es sei nicht echt. Bräunlich rote, beige und auch rosafarbene aus Tuff erodierte Felskegel mit ihren Basalthauben, die in der Türkei „peribacalari“, Feenkamine genannt werden, ragen dichtgedrängt aus der Steinlandschaft heraus. Ein Anblick, der einem bisweilen den Atem rauben kann und den französischen Forscher Paul Lucas 1712 zu der Bemerkung hinreißen ließ: „Ich bin schon weit gereist, aber etwas Ähnliches habe ich noch nie gesehen. Tausende von Felspyramiden, manche sehen aus wie Hüte, manche wie knieende Frauen, nackt und in anzüglichen Posen.“

Zuflucht von Apostel Paulus

Kappadokien ist das Land der unterirdischen Städte, der Feenkamine, Höhlenwohnungen und Kirchen. Die wundersame Tufflandschaft liegt in Zentralanatolien im Gebietsdreieck zwischen Kayseri, Nevsehir und Nigde. Ihre jahrtausendelange Besiedlung hinterließ unzählige Wohnhäuser, byzantinische Klöster und mit bunten Fresken ausgemalte Kirchen in Felswänden und Tuffpyramiden. Als Schutz gegen Überfälle entstanden bis zu zehn Stockwerke tiefe, unterirdische Fluchtstädte. In diesem Gebiet fanden die ersten Christen mit ihrem Apostel Paulus Zuflucht, die am Anfang noch vor der den Römern flohen und später vor den Angriffen der Araber.

Weltkulturerbe Göreme Einer der bekanntesten Orte

Weltkulturerbe Göreme Einer der bekanntesten Orte der kappadokischen Erosionslandschaft ist der Nationalpark Göreme mit seinen kegelförmigen Felsendenkmälern, Höhlendörfern und Kirchen, die aus dem 4. Jahrhundert nach Christus stammen und Zeugnis über die byzantinische Kunst abgeben. 1985 wurde Göreme von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Seitdem dürfen die Felswohnungen, in denen noch heute Menschen leben, nicht mehr verändert oder erweitert werden.

Entstehungsgeschichte Die bizarre Landschaft Kappadokiens ist eine Folge von vulkanischen Ausbrüchen, die vor Millionen von Jahren stattgefunden haben. Schnee, Regen, Wind und Sonne unterhöhlten den Tuffstein. Als Folge entstanden Tausende von bizarren Formationen.

In der Slideshow können Sie sich einen Eindruck von der phantastischen Landschaft Kappadokiens machen.