Kopftuch-Streit bei Popstar Alaturka

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Gülben Ergen hatte verkündet, dass sie als neues Jurymitglied des Gesangswettbewerbs Popstar Alaturka mit der spitzzüngigen Sängerin Bülent Ersoy gut auskommen werde. Aber es kam doch zum Streit.

Grund für die Meinungsverschiedenheit war Teilnehmerin Çiğdem Özdemir, die ein Kopftuch trägt. Nach ihrem Auftritt am vergangenen Freitag wies Jury-Mitglied Armağan Çağlayan die Kandidatin darauf hin, dass aus ihr aufgrund ihrer Kleiderwahl kein Popstar werden könne, da die Bühnenkleidung ein wichtiger Teil des Showbusiness sei. Eine Zuschauerin sagte daraufhin, dass der Wettbewerb auch in Saudi Arabien veanstaltet würde, wo die weiblichen Kandidatinnen ja auch verhüllt auftreten müssten. Dieser Hinweis verärgerte Gülben Ergen sehr. „Wir sind hier nicht in Arabien, sondern in der Republik Türkei, die von Atatürk gegründet wurde. Die Türkei war nie Arabien und wird es auch nie sein“ war ihre Antwort. Ergens Worte ernteten tosenden Beifall, der allerdings von Bülent Ersoy unterbrochen wurde. Ersoy sagte: „Ich bin dagegen, dass diese Angelegenheit demagogische Züge annimmt.  Çiğdem für eine solche Diskussion zu benutzen, ist falsch und gefährlich. Ich teile Gülben Ergens Meinung nicht. Wir sind sowieso alle Kinder Atatürks.“

Eine sichtlich aufgebrachte Gülben Ergen sagte dazu: „Ich schließe mich dem, was Frau Ersoy gesagt hat, nicht an. Ich bin nicht gegen Çiğdem, sondern dagegen, dass die Dame in den Zuschauerreihen Saudi Arabien als Modell für die Türkei genannt hat.“

Die Spannung zwischen den beiden Sängerinnen erreichte ihren Gipfel durch Ersoys Antwort: „Ich werde nächste Woche mit einem Kopftuch auftreten und meine Kunst ausüben. Ein Lied kann mit oder ohne Kopftuch vorgetragen werden.“