Hoşgeldin Ramazan

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Am Sonntag, 24. September 2006, beginnt der Heilige Fastenmonat Ramadan. Er endet am 21.Oktober 2006, dem dann das dreitägige Ramadanfest folgt. Das "Fest des Fastenbrechens" (Id al-Fitr) wird wegen der vielen zubereiteten Süßigkeiten auch das "Zuckerfest" (Seker Bayrami) genannt. Im heiligen Monat Ramadan gedenken Muslime der Offenbarung des Koran. Solidarität, innere Reinlichkeit und der tiefe Glaube stehen im Mittelpunkt des Alltags.

Im Ramadan, dem neunten Monat des Mondkalenders, hat der Erzengel Gabriel nach islamischer Überlieferung dem Propheten Mohammed die 114 Suren des Koran offenbart. Dort steht: „Esst und trinkt, bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgenröte zu unterscheiden ist.“

Tagsüber ist alles verboten, was Genuss bereitet wie Essen, Trinken, Geschlechtsverkehr oder das Rauchen. Ausgenommen sind Kranke, Reisende, Kinder sowie schwangere, menstruierende und stillende Frauen, da die körperliche Fitness eine Voraussetzung für die Begehung der religiösen Pflicht darstellt. Das gemeinsame Fasten soll die geistige, moralische und physische Disziplin stärken. Der Ramadan gehört neben dem Glaubensbekenntnis, dem täglichen Gebet, der Wohltätigkeit und der Wallfahrt nach Mekka zu den fünf religiösen Grundpflichten eines jeden Muslimen.

Eine seelische Pilgerreise

Der Fastende geht tief in sich, enthält sich jeglichen kontroversen Situationen und genießt das "Frei werden" von Körper und Geist. Die Fastenzeit entspricht einer seelischen Pilgerfahrt zu Gott, in der die Muslime sich ganz und gar ihrem Glauben widmen.

Das abendliche Mahl muss jedoch maßvoll und in tiefer Solidarität mit allen armen und hungernden Menschen eingenommen werden. Das Fasten dient nicht als Abmagerungskur, es entspricht einem göttlichen Gebot. Daher sind Vorwürfe, dass dieses gesundheitsschädlich ist nicht gerechtfertigt.

Wenn sich die Gläubigen zum "Iftar", dem Fastenbrechen nach Sonnenuntergang, im Kreise der Familie versammeln, versinken selbst Millionenstädte wie Istanbul in eine unheimlich anmutende Ruhe. Das folgende Fastenbrechen beginnt meist mit einer Dattel, einem Glas Wasser, und unbedingt mit einem Gebet. Bis zum Frühstück im Morgengrauen herrscht dann Trubel. Ähnlich wie beim Weihnachtsprogramm in Deutschland strahlen die Fernsehsender die besten Serien oder Filmklassiker, Rätselshows und Koran-Lesungen aus.

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