Esas Holding hat Interesse an ungarischer Fluglinie

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Die Fluglinie Malév ist für die ungarische Regierung ein Fass ohne Boden und möchte daher die Airline möglichst schnell los werden. Als Käufer kommen praktisch nur außereuropäische Investoren in Frage, die die Malév als Türöffner auf den lukrativen EU-Markt benutzen wollen.

Die Esas Holding aus der Türkei, mit 16,5% größter Anteilseigner der zweitgrößten deutschen Fluglinie Air Berlin, hat offenbar Interesse am Kauf der schwer defizitären und gerade aus russischen Händen wiederverstaatlichen Airline Malév in Ungarn bekundet. Nach einer Meldung der ungarischen Wirtschaftszeitung Napi Gazdaság befände man sich bereits in konrketen Verhandlungen mit der ungarischen Regierung. Vor einem Abschluss müsse Ungarn jedoch noch die restlichen 5% zurückkaufen, die sich noch im Besitz der russischen Vneschekonombank (VEB) befinden. Esas dementierte am späten Dienstagnachmittag gegenüber der Agentur Reuters ein Kaufinteresse, doch glauben Insider, dass dieses Dementi nur der Erfüllung der Verschwiegenheitspflicht bei Verhandlungen mit der Regierung geschuldet ist.

VEB hatte vor einiger Zeit die Anteile der ebenfalls russischen Unternehmung AirBridge von Boris Abramwotisch übernommen als dieser durch die Krise in Finanzierungsnöte geriet. Die russische Staatsbank war jedoch nicht mehr gewillt, die Defizite und Schulden der Malév weiter zu finanzieren.

Esas Holding gehört zum Imperium der Familie Sabanci und hält auch Anteile an Pegasus Airlines, dem größten Billigflieger der Türkei. Malév ist vor allem wegen seiner EU-Start- und Landerechte als Türöffner für außereuropäische Investoren interessant. Ansonsten gilt die Fluglinie wegen ihrer immensen Schulden eher als lahme Ente. Ein strikter Sanierungsplan soll die Airline bis 2012 zumindest operativ wieder auf Kurs bringen.

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