Das Hochschulsystem

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Viele Hochschulen blicken auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs hat sich eine Forschungslandschaft entwickelt, die – besonders nach der Vereinigung Deutschlands – heute so breit gefächert ist wie niemals zuvor. 323 Hochschulen (Stand 2000) sind über Deutschland verteilt, und wer in Deutschland studieren möchte, hat die Wahl zwischen Universitäten und ihnen gleichgestellten andere Hochschulen. Wählen Sie den Weg an eine deutsche Hochschule erst, wenn Sie sich auch Klarheit über den Weg zurück in Ihr Heimatland und Ihre beruflichen Chancen für das von Ihnen gewählte Studium sowie die Finanzierung Ihres Studienaufenthalts verschafft haben.

Die Universität An den Universitäten gilt seit dem Hochschulreformer Wilhelm von Humboldt (1767-1835) das Prinzip der "Einheit von Forschung und Lehre". Deutsche Universitäten sind also keine reinen Ausbildungsstätten, sondern immer auch Orte unabhängiger Grundlagenforschung und angewandter Forschung. Die "reine Wissenschaft" verlangt bereits von den Studierenden streng wissenschaftliches Arbeiten, wodurch die Studienzeiten höher liegen als in vielen anderen Ländern. Universitäten verleihen die akademischen Grade Diplom und Magister Artium sowie den Doktorgrad. Sie haben das Habilitationsrecht und können zum Hochschullehrer qualifizieren. Durch das neue Hochschulrahmengesetz (HRG) wurde die Möglichkeit geschaffen, Studiengänge mit den international kompatiblen Graden "Bachelor" und "Master" abzuschließen. Davon machen mittlerweile immer mehr Universitäten Gebrauch.

Technische Universität / Technische Hochschule Ursprünglich wurden an den Technischen Hochschulen und Technischen Universitäten nur technische Fächer gelehrt. Im Laufe der Zeit entwickelten sie sich jedoch zu umfassenderen Hochschulen, und so bieten einige Technische Universitäten und Hochschulen mittlerweile auch geisteswissenschaftliche Studiengänge an. Der Schwerpunkt liegt aber unangefochten nach wie vor bei den ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengängen.

Fachhochschule Immer mehr Studierende entscheiden sich für ein Studium an einer Fachhochschule, vor allem weil die Studienzeit kürzer und praxisorientierter als an einer Universität ist.

Musik- und Kunsthochschule Ausbildungen an Kunst- oder/und Musikhochschulen bereiten auf den Beruf des freischaffenden Künstlers bzw. des Musikers vor, aber auch auf eine Tätigkeit im Lehrbereich künstlerischer Disziplinen. Das Studium an einer Kunst- oder/und Musikhochschule unterscheidet sich erheblich von einem Universitätsstudium.

Weitere den Universitäten vergleichbare Hochschulen Neben den genannten Hochschultypen gibt es noch die Pädagogischen Hochschulen, an denen Lehrer für die Grund-, Haupt- und Sonderschulen sowie zum Teil auch für die Realschule und die unteren Gymnasialklassen ausgebildet werden. Allgemein ist aber die Lehrerausbildung in die Universitäten integriert.

Universitäten-Gesamthochschulen sind entstanden aus der Zusammenlegung von Universität, Pädagogischer Hochschule, Fachhochschule und zum Teil auch einer Kunst- und Musikhochschule. Hier haben die Studierenden die Möglichkeit, auch während des Studiums noch zwischen Studiengängen und Abschlüssen zu wählen.

Auf sehr spezielle Fachgebiete ausgerichtet sind Hochschulen wie die Medizinische Hochschule und die Tierärztliche Hochschule in Hannover und die Medizinische Universität Lübeck. In Köln bilden die Deutsche Sporthochschule und die Kunsthochschule für Medien hoch qualifizierte Fachkräfte aus. Die Filmhochschulen in München, Potsdam-Babelsberg und an der Filmakademie Ludwigsburg decken mit ihrem Studienangebot den gesamten Bereich Film, Fernsehen, Medien ab.

Schließlich bietet die Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer ein verwaltungswissenschaftliches Aufbaustudium für Angehörige des öffentlichen Dienstes an, wobei regelmäßig Ausländer/innen unter den Hörern sind, z.B. Ausbilder aus Entwicklungsländern.

Neben den staatlich finanzierten Hochschulen gibt es noch eine Reihe von meist kleineren Universitäten anderer Träger wie zum Beispiel die Kirchlichen Hochschulen. Und schließlich kann man an einer kleinen Anzahl von privaten Universitäten studieren, hier werden allerdings Studiengebühren erhoben.

Quelle: DAAD

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