Congratulations!!!

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Der in der Türkei umstrittene Schriftsteller Orhan Pamuk hat den Literatur-Nobelpreis gewonnen.

Der 54-jährige Autor hat sich vor allem mit historischen Romanen im Spannungsfeld zwischen Orient und Okzident einen Namen gemacht. In Deutschland war Orhan Pamuk im vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt worden.

Die Nobelpreise sind mit jeweils umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert und werden immer am 10. Dezember in Stockholm überreicht, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896).

Der Sekretär der Nobel-Akademie, Horace Engdahl, sagte nach der Bekanntgabe: "Es gibt wohl kaum einen Autor in der Weltliteratur, der so faszinierende Stadtschilderungen schreiben kann wie Pamuk."

Orhan Pamuks Werke wurden in 34 Sprachen übersetzt. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen "Die weiße Festung", "Rot ist mein Name" und zuletzt "Schnee". In der Türkei musste er sich im Dezember vergangenen Jahres wegen "Herabsetzung des Türkentums" vor Gericht verantworten. Er hatte in einem Interview im Februar 2005 von den Massakern an einer Million Armeniern im Jahr 1915/1916 im damaligen Osmanischen Reich sowie von der Ermordung von 30.000 Kurden in der Türkei gesprochen.

Geteiltes Echo Das Echo auf die Vergabe des Preises ist in der Türkei zweigeteilt. Während Kritiker dem Romancier vorwerfen, er habe aufgrund seiner politischen Äußerungen bei der Nobelpreis-Jury offene Türen eingerannt, betonen andere seine herausragenden literarischen Leistungen.

Orhan Pamuk selbst war erst einmal sprachlos. "Ich muss mich von diesem Schock erstmal erholen. Ich bin sehr froh und fühle mich geehrt", sagte er der Stockholmer Zeitung "Svenska Dagbladet".