Ambulanz für Migranten in Gießen

Ambulanz-Migranten_260615_teaser_gr_thmerged.jpg

Seit dem 01. Juli hat die Gießener Uniklinik eine Interkulturell-medizinische Ambulanz. Diese soll als Anlaufstelle für alle Patienten mit ausländischen Wurzeln dienen.

Das Pilotprojekt läuft vorerst bis zum Ende dieses Jahres und wird von der Uniklinik Gießen, von der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung (TDG) und dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration zu je einem Drittel finanziert.

Yasar Bilgin, Arzt und Vorsitzender der TDG, äußerte sich zu dem Projekt. Er sagte, dass es nicht nur auf die Sprache ankommt, sondern das Übersetzen von kulturellen Verhaltensmustern bei der Versorgung dieser Menschen eine zentrale Rolle spiele. Zudem würden Migranten oft andere Krankheitsverläufe aufweisen als Deutsche. Bestimmte Kinderkrankheiten kämen bei türkischen Kindern viel häufiger vor, sagte Yasar Bilgin weiter.

Die Interkulturell-medizinische Ambulanz ist mit drei Ärzten besetzt. Dazu gehören die Ärzte Dr. Sinan Karabay und Dr. Erdogan Karatay sowie die Ernährungsberaterin Ayla Gediz und die Laborantin Leyla Kocaman. Die Patienten sollen zunächst in ihrer Muttersprache beraten werden und nach der ambulanten Versorgung dann in die verschiedenen Spezialambulanzen der Uniklinik übergeben werden.

Bilgin rechnet in der Woche mit bis zu 15 Patienten. Allein in Hessen leben rund 500.000 türkischstämmige Bürger, sagte Bilgin.

Die Ärzte der neuen Ambulanz sind unter der Telefonnummer 0641 – 985-42120 zu erreichen.