Gül: "Türkischstämmige Zuwanderer sollen Deutsch lernen"
Staatspräsident Abdullah Gül beginnt am Montag einen dreitägigen Staatsbesuch
in Deutschland. Gül wird zum Auftakt mit militärischen Ehren von Bundespräsident
Christian Wulff im Schloss Bellevue empfangen. Am Dienstag trifft er mit
Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen.
Staatspräsident Gül rief vor seinem Deutschland-Besuch in einem gemeinsamen
Interview mit der deutschen Zeitung "Zeit" und der türkischen Zeitung "Zaman"
die türkischstämmigen Zuwanderer zu mehr Integration auf und sagte: „Am
besten lerne man die Sprache bereits im Kindergarten. Und wenn Türken in
Deutschland ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken, dann muss man
herausfinden, warum das so ist. Jemand, der einen deutschen Pass habe,
sollte akzentfrei Deutsch sprechen.“
Unterdessen beklagte Staatspräsident Gül in seinem Interview zugleich,
dass die Leistung der Türken für die deutsche Wirtschaftsentwicklung zu
wenig anerkannt werde. "Die türkischen Gastarbeiter haben mit Schweiß auf
der Stirn ihren Beitrag dazu geleistet, dass Deutschland eine der stärksten
Wirtschaftsmächte der Welt geworden ist. Jetzt scheint dieser türkische
Beitrag vergessen", so Gül. AKÞAM-ZAMAN
Erdoðan gibt ägyptischen Privatsender Interview
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoðan hat dem ägyptischen Privatsender
Dream TV ein Interview gegeben. In seinem Interview rief er Ägypten zu
einer Trennung von Staat und Religion auf. “Macht Euch keine Gedanken wegen
des Laizismus. Ich hoffe auf einen laizistischen Staat in Ägypten. Das
Prinzip der Trennung von Staat und Religion muss in der neuen ägyptischen
Verfassung garantiert werden. Dies bedeutet nicht, dass die Religion keine
Rolle spielt. Es bedeutet, dass der Staat die Religion achte und zu allen
Religionen dieselbe Distanz hält. Ich Recep Tayyip Erdoðan stehe einem
säkularen Staat vor, bin aber Muslim. Ich bin Ministerpräsident eines laizistischen
Staates. Jeder hat das Recht, religiös zu sein oder nicht”, so Erdoðan
im Interview.
Erdoðan rief außerdem auch die politischen Kräfte in Ägypten dazu auf,
den Staat nach dem Sturz des Regimes zu modernisieren. Nötig seien ein
besseres Verwaltungswesen, Anstrengungen für ein besseres Bildungswesen
sowie eine Modernisierung der Finanzstrukturen und der Kampf gegen Korruption.
HÜRRÝYET
Türkei will keine IWF-Hilfe
Während sich andere Länder um Hilfen des Internationalen Währungsfonds
bemühen, fühlt sich die türkische Regierung wieder stark genug, den Beistand
und damit auch die Auflagen des Fonds ausschlagen zu können. Vizechef der
IWF-Mission in Ankara Davide Lombardo gab in seiner jüngsten Erklärung
bekannt Ankara habe das seit fast zwei Jahren anhaltende Tauziehen über
ein IWF-Kreditprogramm beendet.
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoðan hat seit dem Amtsantritt seines
Kabinetts vor acht Jahren zwei Bereitschaftskreditprogramme mit dem IWF
abgeschlossen. In den vergangenen Jahren hat die Erdoðan Regierung die
Verschuldungsquote des Landes nach eigenen Angaben von 67 auf 43 Prozent
des Bruttoinlandsprodukts zurückgeführt. Mit Blick auf die im kommenden
Jahr anstehende Wahl ist Erdoðan jetzt aber offenbar nicht mehr bereit,
sich vom IWF einen Sparkurs diktieren zu lassen.
Allerdings ist der Abbruch der Verhandlungen nicht endgültig. Das Finanzministerium
hat bereits ein Team des IWF nach Ankara eingeladen, um nach der Frühjahrstagung
von IWF und Weltbank am 24. und 25. April reguläre Konsultationen durchzuführen.
Danach entscheide die Türkei, ob sie erneut über ein Kreditprogramm verhandele,
Staatsminister für Wirtschaft Ali Babacan an. SABAH
Erdoðan über Syrien
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoðan hat während seiner Reise dem
ägyptischen Journalisten Fehmi El Hüveydi eine Erklärung abgegeben. Erdoðan
sagte, dass Assad seine Versprechen nicht eingehalten hat und dass das
Blutvergießen immer noch weitergeht. “Unsere Beziehungen zu Syrien waren
anfangs auf einer sehr guten Ebene. In jedem Bereich haben wir uns gegenseitig
geholfen. Aber als das syrische Volk auf die Straße ging, weil sie ihre
Rechte und ihre Freiheit beantragten, hat sich alles verändert. Auf die
Forderungen des Volkes haben die Sicherheitskräfte mit Repressionen geantwortet.
Wenn das Blut des Volkes anfängt zu vergießen, dann ist dies ein Zeichen
dafür, dass das Regime anfängt zu sterben. Wir haben mit Assad sehr oft
telefoniert. Er hat uns vieles gesagt, doch haben wir in der Praxis nichts
gesehen”, so Erdoðan im Interview. TÜRKÝYE
Haþim Kýlýç wurde gewählt
Die 4-jährige Amtszeit von Haþim Kýlýç, Vorsitzender des Verfassungsgerichts
ist zu Ende. Deshalb wurde für dieses Amt eine Wahl durchgeführt. Haþim
Kýlýç wurde gestern erneut zum Vorsitzenden des Verfassungsgerichts gewählt.
Bei der Wahl bekam Haþim Kýlýç 13 von 17 Stimmen. Kýlýç wird seine zweite
Amtszeit bis zum 13. März 2015 fortführen.
Nach seiner Wiederwahl machte Kýlýç eine Erklärung. “Ich wurde seit
dem ich in dieses Amt gewählt wurde, sehr oft mit positiver und negativer
Kritik konfrontiert. Ich habe keiner einzigen Kritik geantwortet. Auf demokratischen
Plattformen gibt es solche Kritik. Ich werde mein Amt gewissenhaft fortführen.”
Es wurde erfahren, dass Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoðan Haþim
Kýlýç zu seiner Wiederwahl gratuliert hat. HÜRRÝYET-TÜRKÝYE
Raketenfrühwarnsystem der NATO in der Türkei
Die Türkei und die USA haben am Mittwoch in Ankara ein Memorandum über
die Stationierung einer US-Radaranlage auf dem türkischen Territorium unterzeichnet.
Der erste betreffende Beschluss im Rahmen des Projekts wurde im vergangenen
Jahr auf dem Lissabon Gipfel der NATO gefasst. Auf dem Gipfel wurde die
Stärkung der Verteidigungssysteme im Rahmen des neuen Strategiekonzeptes
der NATO beschlossen. An dem System sind viele Staaten beteiligt.
Das Raketenfrühwarnsystem soll im Südosten des Landes in der Ortschaft
Kürecik der Stadt Malatya aufgestellt werden und bis Mitte Dezember im
Testregime in Betrieb sein. Gesteuert wird die Anlage von Deutschland aus.
Die Kommandostellen und die zum Radarsystem gehörigen Anlagen werden von
türkischem Personal bedient. Alle vom Radar erhaltenen Daten sollen auch
an die türkischen Behörden übermittelt werden. CUMHURÝYET-HÜRRÝYET-STAR