Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoðan hat den vom
französischen Parlament und dem französischen Senat verabschiedeten
Völkermord-Gesetzesentwurf, in seiner Rede vor der parlamentarischen Fraktion
seiner Partei, als „null und nichtig“ bezeichnet.
Erdoðan sagte, der in Frankreich verabschiedete Entwurf sei ein Massaker an
Separatismus, Rassismus sowie Massaker an der Meinungsfreiheit. „Die Bewertung
der Entscheidung von Sarkozy und seinen Gefolgsleuten überlasse ich dem
französischen Volk“, so Erdoðan weiter. Die Türkei werde die Sanktionen gegen
Frankreich Schritt für Schritt umsetzen, ohne dabei Geständnisse zu machen. Je
nach den Entwicklungen werde die Regierung den Aktionsplan mit der
Öffentlichkeit teilen.
Auch Staatspräsident Abdullah Gül kritisierte das vom französischen Senat
endgültig bestätigte Gesetz. Bei einem Empfang der Botschafter in Çankaya
Palais äußerte sich Gül zum Thema so: „Ich verurteile das Gesetz aufs
schärfste. Ein wichtiges EU Land wie Frankreich hat sich seit gestern als ein
Land, das Meinungsfreiheit und freie wissenschaftliche Studien einschränkt
bewiesen. Das Verhalten der Franzosen wird in den Gedächtnissen der türkischen
Jugend sowie der Bürger in tiefer Erinnerung bleiben.“
Am Montag hat der Senat in Paris mit 127 zu 86 Stimmen dem Gesetzesentwurf
zugestimmt, der das Leugnen des osmanischen Völkermordes an den Armeniern unter
Strafe stellt.