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Ausgerechnet im erzkonservativen Kayseri eröffnete ein geschäftstüchtiger Bürger einen Sexshop. Der erste Sex-Laden der Stadt lief so gut, dass Sezai Karakaya, ein 19 Jahre lang in Deutschland lebender Türke, gleich im Februar 2007 den zweiten eröffnete. Wie Karakay verriet, kamen oftmals Paare gemeinsam zu ihm, um sich für ihre privaten Schäferstündchen Inspirationen zu kaufen. Am besten ließen sich laut Karakaya Vibratoren und Gummipuppen verkaufen.
Doch die Behörden des zentralanatolischen Städtchens Kayseri, wo die islamisch geprägte Regierungspartei AKP so viele Stimmen erhalten hat wie nirgendwo im Land, bereiteten dem Unternehmer immer wieder Probleme. Sein neu eröffneter Laden bekam keine Genehmigung. Deshalb bleibt die "Welt der Phantasie", so der Name des Sexshops, erst einmal geschlossen.
Der Unternehmer kündigte an, er werde vor Gericht ziehen, um die Wiedereröffnung seines Ladens durchzusetzen. Schon einmal hatte er vor Gericht gestritten und Recht bekommen. Damals brachten die Bürokraten das Argument vor, dem Sexshop fehle ein notariell beglaubigtes Dokument. Doch der Geschäftsmann drohte: "Die sollen mich in Ruhe lassen, sonst mache ich hier noch fünf weitere Sexshops auf."
In Teilen der lokalen Presse wurde gegen Karakaya sogar Stimmung gemacht: "Experten meinen, dass solche Läden zu abartigen Praktiken unter den Menschen führen", schrieb die Zeitung Kayseri Gündem: "Zudem halten die Experten diese Produkte, die aus dem Westen stammen, für schädlich für die türkische Kultur und Lebensweise." Viele der Waren stammten aus China, warnte das Blatt, und "chinesischer Kunststoff enthält Schadstoffe".
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